Promi-Pilgern macht plöde

Am Sonntagabend war auf meinem Lieblingssender ProSieben der erste Teil des Promi-Pilgerns mit Katy Karrenbauer, Oli P.(Pilger), Claude-Oliver Rudolph, Charlotte Engelhardt und Ingo Naujoks zu sehen. Eine “Kampflesbe”, ein Kuschel-Moderator mit Flugzeugen im Bauch, eine vollbusige Blondinen-Moderatorin, ein Super-Macho und - Ingo Naujoks zusammen auf dem Jakobsweg in der Hoffnung auf baldige Erleuchtung. Au weia. Also, gegen Ingo Naujoks habe ich ja nichts, den mag ich als Tatort-Schauspieler. Vielleicht hat er zurzeit nur keine guten Rollenangebote. Irgendwie muß das Geld doch reinkommen. Und den Claude-Oliver finde ich auch super: Das Boot, James Bond, mehr muß man nicht sagen. Aber ein Vollpfosten ist er trotzdem.


Na ja, dieses Gespann also sollte nun die ersten Etappen auf dem immer berühmter werdenden Jakobsweg gemeinsam zurücklegen. Claude-Olivers Gepäck kam nicht am Flughafen an, also ging er mit freiem Oberkörper, aber ohne Rucksack die Etappe, später transportierte das Filmteam seine Siebensachen. Ist ja praktisch so´n Auto, das einem die ganze Zeit beim Wandern hinterher fährt. Und außerdem wollte er unbedingt Erster werden. Darum geht´s ja schließlich beim Pilgern. Olli P. hat dagegen lieber mit Charlotte geflirtet, alles ganz harmonisch. Im weiteren Verlauf hat Oli P. an irgendeinem Ort einen Verkaufstand von Spieluhren mit unterschiedlichsten Melodien entdeckt. Und was passiert? Oli P. greift sich ausgerechnet die Spieluhr mit “My Way” von Sinatra raus. Wenn das kein Zeichen ist. Katy Karrenbauer hat es auch so mit Zeichen. Sie ist gern mit sich allein und der Natur, umarmt gerne Bäume, muß häufig flennen wie ein Wasserfall, weil ihr alles so nahe geht, um sich anschließend ´ne Fluppe anzuzünden. Ingo Naujoks stieß erst später zur Truppe hinzu, Claude-Oliver ging ihm gleich aus dem Wege, weil er meinte, der Ingo sei ein Junkie, und die verkaufen ja sogar ihre eigene Großmutter. Na, das kann ja was werden.

Die Sendung ist natürlich so überflüssig wie ein Kropf, aber da der Hape mit seinem “Ich bin dann mal weg” so erfolgreich war und überhaupt seit Neuestem alle so gerne wandern oder Nordic-Walken, kann man´s ja mal versuchen. Aber mir hat´s trotzdem gefallen, und so bekam ich eine herausragendes schauspielerische Leistung der Kandidaten zu sehen, während ich selbst mit Chips und Bier auf der Couch herumlümmeln konnte. So hab´ich´s gern. Das war sozusagen eine BigBrother-Trash-Wander-Daily-Soap in Vollendung.

Man sagt ja, der Jakobsweg kann eine Lösung sein für Menschen, die in einer tiefen Lebenskrise stecken und endlich einmal zu sich selbst finden wollen. Da muß ich sagen, das kann man den Fünfen nur wünschen. Nötig hätten sie es ja.

Schalten Sie also auch nächste Woche ein, wenn es wieder heißt: Wird Claude-Oliver dem Ingo eins in die Fresse hauen, Katy Karrenbauer sich in einen Baum verwandeln oder besser noch in eine Trauerweide, und Oli P. endlich die Charlotte poppen? Vorausgesetzt, die Sendung wird nicht vorher abgesetzt.

Dann schaut doch stattdesen mal lieber im Harz-und-Heideland-Blog vorbei, da red´ ich dann wieder ganz authentisch frei von der Leber weg, und das ohne Kamera, also schon, aber nicht Film. Ihr wißt schon. Ich bin dann mal weg.

Links zum Thema:

Die Promi-Pilger auf ProSieben
Der Jakobsweg in Wikipedia

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