Feuer und Eis in Braunschweig

braunschweig.pngFeuer und Eis in Braunschweig. Na, es war doch eher Niesel und Regen. Samstag war das Wetter ja noch ganz schön, sogar sonnig bis 14 Uhr. Doch da war ich in Königslutter und Lutterspring. Am Samstag war wesentlich mehr los, Besucher kamen aus Sachsen Anhalt, dem Harz, der Region Hannover und aus der Lüneburger Heide. So habe ich mir den Sonntag für Feuer und Eis aufgehoben. Es war ganz schön eisig. Feuer und Eis ist das Braunschweiger Winterspektakel in der Innenstadt, wie das Stadtmarketing schreibt. Das Spektakel ging von 13 bis 18 Uhr, am Samstag und am Sonntag.


FeuerundEis_5.jpg In der Stadt verteilt traf ich auf die drei Bildhauer Christian Fischer, Karina Cooper und Katharina Bock, die in einem Wettbewerb um den von der Öffentlichen gesponserten Bildhauerpokal das Niedersachsenroß mit traditionellem Handwerkszeug, Kettensägen und japanischen Spezialwerkzeugen aus einem Eisklotz erschaffen sollten. Icecarving nennt man das heute. Der viel näher liegende Löwe war schon in einer vorherigen Feuer und Eis-Veranstaltung Thema. Ich weiß aber trotzdem nicht, was wir Braunschweiger mit dem Niedersachsenpferdchen am Hut haben. Na, wahrscheinlich ist der Löwe an sich viel zu heißblütig, um aus Eis geschaffen werden zu können. Da paßt so ein kaltblütiges Schlachtroß dann doch besser. Wir Braunschweiger haben schließlich schon die ein oder andere siegreiche Schlacht geschlagen. Aber zurück zum Feuer und zum Eis.

FeuerundEis_2.jpgFeuerundEis_1.jpg Desweiteren jonglierten wagemutige Feuerakrobaten mit brennenden Fackeln. Die habe ich aber leider nicht gesehen. Nicht zu vergessen der Kinder-Winter-Spaß mit dem Riesenschneemann auf eigens herangeschafften Schneemassen auf dem Kohlmarkt und der Snow-Dome aus Bispingen am selben Ort, eine 20 Meter lange Schneerutsche, bedeckt mit 20 Tonnen Schnee. Feuerwehrleute steckten ahnungslose Küchen in Brand, um zu demonstrieren, was alles im Haushalt schiefgehen kann. Der Kohlmarkt war in eine Winterlandschaft mit echten Harzdorf und kleinem Fichtenwald verwandelt. Die Radio SAW-Bühne sorgte für musikalischen Hochgenuß.


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FeuerundEis_3.jpgFeuerundEis_6.jpg Ich zähle mal auf: erster Braunschweiger Rundlauf im Nordic Walking, das erwähnte Icecarving auf dem Kohlmarkt und am Sack, Klavierspielen in der Burgpassage, Kinderkarussel auf dem Platz der Deutschen Einheit, ein feuerspuckender Harzer Drache (die leben in freier Wildbahn in der Nähe vom Wurmberg, ehrlich), der unsterbliche Till Eulenspiegel war auch dabei und machte allerhand Schabernack treibend auf Skiern die Fußgängerzone unsicher. Und zum Abschluß die feurige Show der Gruppe Kugelchaos.

FeuerundEis_10.jpg Um 17 Uhr folgte dann eine Show im City-Point. Der dreifache Trickski-Weltmeister Richard Schabl bot den Besuchern die Möglichkeit, ihr Talent beim Schwingen unter Beweis zu stellen. Im Hintergrund tanzten zwei Mädels zur Musik. Auf allen Etagen blickten die Menschen auf die rollende Skipiste. In Kaufhäusern ließ es sich besser aushalten als in der kühlen Nässe draußen.

FeuerundEis_7.jpgFeuerundEis_8.jpg Auf dem Platz der Deutschen Einheit sah es allerdings recht trostlos aus. Die Lichter der Karussells und der Wurstbuden spiegelten sich auf dem Asphalt des Platzes wieder. Wenig war los. Der Mann auf der dortigen, in strahlendes Rot getauchten Radio-SAW-Bühne mühte sich redlich, so etwas wie Stimmung zu erzeugen. Das gelang schließlich der Happy Swing Band, die musizierend über den fast leeren Platz maschierte und dann auf der Bühne weitermachte. Musiziert wurde übrigens auch in der Burgpassage, am knallroten Piano. In den Schloß-Arkaden stand ebenfalls Schimmel-Piano, allerdings gläsern und unbespielt. Eine Eisbar sorgte für lukullische Genüsse.

FeuerundEis_11.jpg Wer die Worte “Feuer und Eis” direkt in die Browserzeile vom Firefox (funktioniert nur damit) eintippt und dann abschickt, erlebt eine erotische Überraschung. Aber Achtung: Nur für Erwachsene. Ich habe wirklich nur nach der Braunschweiger Veranstaltung gesucht. Ganz ehrlich. Ob das die Braunschweiger Marketing-Experten wissen?

Ach ja: Und dann war ja noch Landtagswahl. Vielleicht war es deshalb auch so leer. Selbst vor dem Rathaus. Dort sollte eine große, öffentliche Wahlparty stattfinden, doch ich stand vor verschlossenen Türen. Wahrscheinlich war ich zu früh dran. Inzwischen war es spät geworden. Vom dunklen Himmel nieselten pausenlos die Tropfen, und außerdem wollte ich unbedingt wissen, wer in diesem unglaublich spannenden niedersächsischen Wahlkampf gaaanz knapp die Nase vorn haben würde. SPD oder CDU? Christian Wulff oder Wolfgang Jüttner? Ich jedenfalls habe die Violetten gewählt. Die stehen nämlich für spirituelle Politik. Ich finde ja auch, daß der ein oder andere Politiker mal ein bißchen in sich gehen sollte. Wobei andere schon wieder zu weit abgehoben sind.

Ich ging dann auch in mich und nach Haus.

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